Pflegegeld für behindertes Kind wirkt sich nicht auf den Kindesunterhalt aus

Wenn Alleinerziehende für ein behindertes Kind Pflegegeld beziehen, dann hat das keine Auswirkungen auf die Höhe des Kindesunterhalts. Das Pflegegeld soll die durch die Pflegebedürftigkeit entstehenden zusätzlichen Aufwendungen decken, während der Kindesunterhalt dagegen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung deckt. Fällt ein erweiterter Bedarf wegen einer Behinderung des unterhaltsberechtigten Kindes an, der über den Unterhalt laut Düsseldorfer Tabelle hinausgeht, dann ist folgendes zu unterscheiden: Tritt die Behinderung durch einen Unfall ein, z. B. einige Jahre nach der Scheidung, oder wird eine im vorhinein nicht erkennbare Rehabilitationsmaßnahme erforderlich, kann dieser anfallende Sonderbedarf auch rückwirkend bis zu einem Jahr nach der Entstehung geltend gemacht werden. Voraussetzung ist jedoch, dass dieser Sonderbedarf nicht vorauszusehen war und der Bedarf im Verhältnis zum laufenden Kindesunterhalt tatsächlich außergewöhnlich hoch ist. Ist dagegen ein erhöhter Bedarf von Anfang an absehbar, hat das unterhaltsberechtigte Kind Anspruch darauf, dass sein gesamter Lebensbedarf vom barunterhaltspflichtigen Elternteil gedeckt wird. Zum Bedarf eines behinderten Kindes gehört der Mehrbedarf wegen seiner Behinderung.

Bei behinderten Kindern, die bereits volljährig sind und vom sorgeberechtigten Elternteil betreut werden, kann eine Unterhaltsverpflichtung dieses Elternteils in der Regel nicht geltend gemacht werden, da die Notwendigkeit einer Betreuung weiterhin besteht.
sofern der alleinerziehende Elternteil einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt hat, besteht dieser Anspruch über die üblichen 3 Jahre hinaus, wenn die Belange des Kindes dies erforderlich machen.

One Response to “Pflegegeld für behindertes Kind wirkt sich nicht auf den Kindesunterhalt aus”

  1. bonnietex sagt:

    Hallo Marion,
    Du schreibst das Pflegegeld wirke sich nicht auf den Kindesunterhalt aus. Aber wirkt es sich denn auf den Betreuungsunterhalt aus? Mein Sohn wird heuer 18 Jahre alt und ist aufgrund einer schweren Erkrankung seit letztem Jahr schwerbehindert (GdB 100 %-Pflegestufe 2). Ich arbeite halbtags und habe zusätzlich noch ein dreij. Mädchen (anderer Vater,bin alleinerz.).Beide Väter weigern sich einen Betreuungsunterh. zu bez. Der Vater meiner 3jährigen ist angebl. nicht leistungsfähig und der andere ist leistungsf., behauptet aber mit dem Pflegegeld wäre alles abgetan. Ich könnte, auch wenn ich die dreijährige nicht hätte, wegen meinem Sohn nicht ganztags arbeiten, da er halbseitengelähmt ist u. viel vergisst wg. seiner Gehirnop., da er halbblind ist, da der Tumor die Sehbahn geschädigt hat, kann er auch keinen Führerschein machen. Sein Vater zahlt ihm zusätzlich 120 Euro zum Kindsunterhalt dazu. Mit dem Pflegeld bezahle ich Betreuung, Taxifahrten. Da bleibt nichts übrig. Könnte also (wenn ich die Tochter nicht hätte) auch nicht ganztags arbeiten, weil ich alles organisieren muss, meinen Sohn zum Arzt fahren, zu seinen Therapien etc. Er ist außerdem durch die halbs.lähmung gehbeh.Meine Frage ist also, ob das Pflegegeld wirklich als Ersatz für ein evtl. Betreuungsunterh. verrechnet wird? Wenn ich ganztags arbeiten könnte, dann würde ich doppelt soviel verdienen und keiner will zahlen. Tolle Väter! Danke für die Hilfe

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