Pflegegeld und Pflegestufen

Pflegegeld für ein Kind zu beantragen ist nicht leicht. Besonders bei Kleinkindern muss der Pflegeaufwand  gegenüber dem normalen Hilfebedarf eines Kindes erheblich erhöht sein. Der erhöhte Pflegeaufwand des eigenen Kindes fällt einem oft selbst nicht mal auf, denn der Tagesablauf ist ja inzwischen so normal. Bei der Zuordnung von Kindern in die Pflegestufen ist nach § 15 Abs, 2 SGB XI der zusätzliche Hilfebedarf gegenüber einem gesunden gleichaltrigen Kind maßgebend.
Pflegestufe I: erheblich Pflegebedürftige, mindestens eineinhalb Stunden Pflege täglich erforderlich. Pflegeeinsätze bis zu einem Gesamtwert von 384 €
oder Pflegegeld in Höhe von 205 Euro monatlich.
Pflegestufe II: Schwerpflegebedürftige, mindestens drei Stunden Pflege täglich erforderlich. Pflegeeinsätze bis zu einem Gesamtwert von 921 Euro der Pflegegeld in Höhe von 410 Euro€monatlich.
Pflegestufe III: Schwerstpflegebedürftige, mindestens fünf Stunden Pflege täglich plus Nachtpflege erforderlich. Pflegeeinsätze bis zu einem Gesamtwert von 1432 Euro (in Härtefällen 1.918 Euro ) oder Pflegegeld in Höhe von 665 Euro monatlich.

Pflegegeld wird in den meisten Fällen erst gezahlt, wenn das behinderte Kind ein Jahr alt ist, da man davon ausgeht, dass kein Unterschied im Pflegeaufwand eines behinderten und eines nicht behinderten Säuglings besteht. In Ausnahmefällen wird das Pflegegeld bereits ab Geburt gewährt, wenn die erforderliche Pflege die eines gesunden Kindes erheblich übersteigt.

Gerade Alleinerziehende, die die Betreuung und Pflege eines behinderten Kindes alleine übernehmen müssen, bekommen spätestens bei einer Krankheit Probleme die Pflege und Betreuung des behinderten Kindes sicher zu stellen. Ist die pflegende Person wegen Krankheit oder Urlaub verhindert, übernimmt die Pflegekasse für höchstens vier Wochen jährlich die Kosten einer Ersatzkraft in Höhe von maximal 1.432 Euro. Die Ersatzpflege kann erstmals nach einem Jahr häuslicher Pflege in Anspruch genommen werden. Bei der Kurzzeitpflege, die in Krankheitsfällen bei alleinerziehenden Pflegepersonen beansprucht werden kann, ist diese genannte Frist natürlich nicht nötig. Übernehmen Verwandte bis zum zweiten Grad (Kinder, Enkel, Eltern, Großeltern, Geschwister) die Ersatzpflege, wird jedoch nur das Pflegegeld der jeweiligen Pflegestufe gezahlt. Soweit diesen nicht erwerbsmäßigen Pflegepersonen jedoch notwendige Aufwendungen (z. B. Fahrkosten, Verdienstausfall) entstehen, muss die Pflegekasse diese zusätzlichen Kosten ebenfalls übernehmen. Insgesamt dürfen die alle Aufwendungen in der Summe aber 1.432 Euro nicht überschreiten. Wird jedoch die Ersatzpflege durch entfernte Verwandte oder vielleicht einen Nachbarn übernommen, können bis 1.432 Euro erstattet werden.

Der Pflegegeld Antrag wird bei der Krankenkasse Abteilung Pflegekasse gestellt. Die Pflegekassen lassen dann durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) prüfen, ob wirklich eine Pflegebedürftigkeit im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes vorliegt. Ist eine Einstufung zu einer Pflegestufe erfolgt, sollte man das Gutachten anfordern. Insbesondere bei Widerspruchsverfahren kann man auf die Angaben im Gutachten zurückgreifen und genau prüfen, ob die Einschätzungen in Ordnung sind.

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